Chronik
Eine der heutigen Attraktionen im Mühltal,
die Flößerei, begann den Überlieferungen nach
im 12. Jahrhundert. Flöße waren das Transportmittel für
Holz und andere Waren aller Art. Es war die Gründerzeit für
die großen Städte an der Isar - München, 1158
- Landshut, 1204.
Die Flößerei wurde in der Hauptsache
von Kleinbauern betrieben, die sich in Flussnähe niedergelassen
hatten und die Flößerei bald als willkommenen, einträglichen
Nebenverdienst entdeckten.
Selbst hohe Persönlichkeiten bedienten sich
auf ihren Reisen der Flöße als Transportmittel auf
der Wasserstraße. So fuhr 1424 der byzantinische Kaiser
Johannes VIII auf einem Floß zu Kaiser Sigismund nach Ungarn
zuerst die Isar und dann die Donau hinunter bis nach Ungarn. Auch
Wilhelm von Reichenau, Bischof von Eichstätt ließ sich
mit Freude auf einem Floß über die Wellen der Isar
tragen.
Anno Domini 1617 wurde auf den Grundmauern einer
noch älteren Eigenkapelle die Ulrichskapelle errichtet, zu
Ehren des heiligen Ulrich, dem Schutzpatron fast aller durch die
Ungarn zerstörten Kirchen in Bayern.
Für die Bauern im Mühltal waren die
Untermühle, die Winkelmühle und die Huismüle im
18. Jahrhundert noch in Betrieb. An ihrer Stelle steht heute das
traditionsreiche und weit über das Mühltal hinaus bekannte
Gasthaus zur Mühle.
Während der Bauzeit des Kraftwerks an der
Isar von 1919-1923 fand man wertvolle historische Hinweise auf
die über tausendjährige Vergangenheit des Mühltals.
Dazu gehören die Grundrisse von Priester Waltrich´s
Eigenkirche, Keltengräber und Grabschmuck aus verschiedenen
Zeiten.
Schätzungen gehen davon aus, dass an dieser
historischen Stelle, schon vor fast tausend Jahren eine Mühle
stand, die sich, an der Römerstraße gelegen, den Reisenden
als Rast- und Jausenstation anbot. Heute, im 21. Jahrhundert,
gehen die Menschen immer noch gerne hinunter ins Mühltal,
um im Gasthaus zur Mühle mit Wohlbehagen Hunger
und Durst zu stillen.
* Aus der Festschrift zum Mühltal Millennium
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